Pacemaker AI

Update: Juni 10, 2026 Lesezeit: 2 Min. | Autor: Johannes Deltl 

Pacemaker.ai: KI für Supply Chain, Forecasting und Nachhaltigkeit

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Pacemaker.ai ist eine KI-Plattform für Unternehmen, die ihre Lieferketten effizienter, transparenter und nachhaltiger steuern möchten. Im Mittelpunkt stehen datenbasierte Prognosen, bessere Bestandsplanung, Rohstoffpreis-Forecasts und CO₂- beziehungsweise Nachhaltigkeitsmanagement. Damit richtet sich pacemaker.ai vor allem an Industrie-, Handels- und Logistikunternehmen, die mit komplexen Lieferketten, schwankender Nachfrage, volatilen Rohstoffpreisen und steigenden Nachhaltigkeitsanforderungen umgehen müssen.


Das Unternehmen positioniert sich als Anbieter für „sustainable supply chains“ und verbindet klassische Supply-Chain-Optimierung mit Machine Learning. Statt nur historische Daten auszuwerten, sollen interne Unternehmensdaten, Expertenwissen und externe Einflussfaktoren kombiniert werden, um bessere Entscheidungen in Planung, Einkauf, Logistik und Nachhaltigkeitsmanagement zu ermöglichen.

Was ist pacemaker.ai?

Pacemaker.ai ist eine Software- und Beratungslösung für KI-gestützte Supply-Chain-Optimierung. Das Unternehmen gehört zum Umfeld von thyssenkrupp Materials DataFlowWorks und beschreibt sich selbst als Anbieter von KI-basierten Lösungen für nachhaltige Lieferketten.

Die Plattform konzentriert sich im Wesentlichen auf zwei große Themenfelder:

  1. Supply Chain Efficiency
    Dazu zählen Demand Forecasting, Replenishment Decision Intelligence, Commodity Price Forecasting, Inventory Optimization, Sales & Operations Planning und Net Working Capital Optimization.
  2. Sustainability Management
    Hier geht es um Transportemissionen, Corporate Carbon Footprint, Product Carbon Footprint, CSRD, EU-Taxonomie und Nachhaltigkeitsreporting.

Die wichtigsten Funktionen von pacemaker.ai

1. Demand Forecasting

Eine Kernfunktion von pacemaker.ai ist die KI-gestützte Nachfrageprognose. Unternehmen können historische Verkaufs- und Absatzdaten mit externen Einflussfaktoren kombinieren, um zukünftige Nachfrage besser vorherzusagen.

Das Ziel: weniger Überbestände, weniger Lieferengpässe und eine bessere Planung entlang der Lieferkette.


Gerade in Industrien mit starken Nachfrageschwankungen, langen Lieferzeiten oder komplexer Variantenvielfalt kann eine bessere Prognosequalität erhebliche Auswirkungen haben. Klassische Excel-Planungen stoßen hier schnell an Grenzen, weil sie viele Einflussfaktoren nur unzureichend berücksichtigen können.

Pacemaker.ai adressiert genau dieses Problem: Die Plattform nutzt Machine-Learning-Algorithmen, um Prognosen zu automatisieren und kontinuierlich zu verbessern.

2. Replenishment Decision Intelligence

Neben der reinen Nachfrageprognose geht es auch um Bestandsentscheidungen. Replenishment Decision Intelligence unterstützt Unternehmen dabei, Nachschub, Lagerbestände und Bestellzeitpunkte besser zu steuern.


Das ist besonders relevant, wenn Unternehmen hohe Kapitalbindung durch Lagerbestände reduzieren möchten, ohne die Lieferfähigkeit zu gefährden. In vielen Unternehmen ist genau dieser Balanceakt ein zentrales Problem: Zu viel Bestand bindet Working Capital, zu wenig Bestand führt zu Engpässen, Umsatzausfällen und unzufriedenen Kunden.

3. Commodity Price Forecasting

Ein weiterer interessanter Bereich ist die Prognose von Rohstoffpreisen. Pacemaker.ai bietet Commodity Price Forecasting an, um Einkaufsentscheidungen datenbasierter zu treffen.


Für Unternehmen mit hohem Materialeinsatz kann das strategisch sehr relevant sein. Wenn Rohstoffpreise stark schwanken, können bessere Prognosen helfen, günstigere Einkaufszeitpunkte zu identifizieren, Preisrisiken früher zu erkennen oder Hedging-Entscheidungen fundierter zu treffen.


Die Lösung ist vor allem für Einkaufsorganisationen interessant, die bisher stark auf Marktberichte, Erfahrungswissen oder manuelle Analysen setzen.

4. Inventory Optimization

Pacemaker.ai unterstützt auch bei der Optimierung von Lagerbeständen. Ziel ist es, Bestände so zu planen, dass Lieferfähigkeit gesichert bleibt, aber unnötige Kapitalbindung reduziert wird.


Das ist besonders für Unternehmen relevant, die viele Artikel, unterschiedliche Standorte oder internationale Lieferketten haben. Je komplexer die Struktur, desto schwieriger wird eine manuelle Bestandssteuerung. KI-basierte Modelle können helfen, Muster zu erkennen, Risiken zu bewerten und bessere Vorschläge für Bestandsniveaus zu liefern.

5. Sales & Operations Planning

Im Bereich Sales & Operations Planning unterstützt pacemaker.ai Unternehmen dabei, eine gemeinsame Datengrundlage für Vertrieb, Produktion, Einkauf und Logistik zu schaffen.


Das ist ein wichtiger Punkt, denn viele Planungsprobleme entstehen nicht nur durch schlechte Daten, sondern auch durch unterschiedliche Sichtweisen in den Abteilungen. Vertrieb plant auf Basis von Marktchancen, Produktion auf Basis von Kapazitäten, Einkauf auf Basis von Lieferzeiten und Finanzabteilung auf Basis von Kapitalbindung. Eine bessere Prognosebasis kann helfen, diese Perspektiven besser zusammenzuführen.

6. Net Working Capital Optimization

Ein weiterer Anwendungsfall ist die Optimierung des Net Working Capital. Dabei geht es darum, Kapitalbindung in Lagerbeständen, Forderungen und Verbindlichkeiten besser zu steuern.


Vor allem in Zeiten steigender Zinsen und unsicherer Nachfrage gewinnt dieses Thema an Bedeutung. Wenn Unternehmen ihre Bestände besser planen, können sie Liquidität freisetzen, ohne die operative Leistungsfähigkeit zu gefährden.

Sustainability Management Platform

Neben Supply-Chain-Optimierung bietet pacemaker.ai auch eine Sustainability Management Platform. Diese Plattform soll Unternehmen dabei unterstützen, Nachhaltigkeitskennzahlen zu erfassen, zu analysieren, zu optimieren und regulatorisch korrekt zu berichten.

Zu den Themen gehören unter anderem:

  • Transportemissionen
  • Corporate Carbon Footprint
  • Product Carbon Footprint
  • CSRD-Reporting
  • EU-Taxonomie
  • Emissionsberechnung entlang der Lieferkette

Besonders interessant ist der Fokus auf transportbezogene CO₂-Berechnungen. Unternehmen können Emissionen auf Sendungs- oder Routenniveau berechnen und alternative Transportwege vergleichen. Das kann nicht nur für Nachhaltigkeitsberichte relevant sein, sondern auch für Ausschreibungen, Kundenangebote und strategische Logistikentscheidungen.


Pacemaker.ai verweist zudem auf TÜV-zertifizierte beziehungsweise standardkonforme Berechnungen. Für Unternehmen ist das wichtig, weil Nachhaltigkeitsdaten zunehmend prüfbar, nachvollziehbar und belastbar sein müssen.

Für wen ist pacemaker.ai geeignet?

Pacemaker.ai ist vor allem für Unternehmen geeignet, die bereits über relevante operative Daten verfügen und diese besser nutzen möchten. Besonders interessant ist die Lösung für:

  • Industrieunternehmen mit komplexer Lieferkette
  • Maschinenbau- und Automotive-Zulieferer
  • Handelsunternehmen mit hohem Lagerbestand
  • Logistikunternehmen
  • Einkaufsorganisationen mit Rohstoffpreisrisiken
  • Unternehmen mit CSRD- oder ESG-Berichtspflichten
  • Unternehmen, die ihre Planungsprozesse professionalisieren wollen

Weniger geeignet ist pacemaker.ai für sehr kleine Unternehmen ohne relevante Datenbasis oder ohne komplexe Supply-Chain-Prozesse. Der Nutzen entsteht vor allem dort, wo viele Daten, viele Einflussfaktoren und hohe wirtschaftliche Auswirkungen zusammenkommen.

Vor- und Nachteile

Vorteile von Pacemaker

Der größte Vorteil von pacemaker.ai liegt in der Spezialisierung. Die Plattform ist nicht als generisches KI-Werkzeug aufgebaut, sondern adressiert konkrete operative Probleme in Supply Chain, Einkauf, Logistik und Nachhaltigkeit.

Wichtige Vorteile sind:

  • bessere Nachfrageprognosen
  • weniger Überbestände
  • geringere Lieferengpässe
  • niedrigere Kapitalbindung
  • bessere Einkaufsentscheidungen
  • datenbasierte Rohstoffpreisprognosen
  • CO₂-Transparenz entlang der Lieferkette
  • Unterstützung bei Nachhaltigkeitsreporting
  • Integration von Machine Learning in operative Planungsprozesse

Gerade die Verbindung aus Effizienz und Nachhaltigkeit ist strategisch interessant. Viele Unternehmen betrachten diese Themen noch getrennt: Supply Chain wird auf Kosten und Verfügbarkeit optimiert, Nachhaltigkeit auf Reporting und Compliance reduziert. Pacemaker.ai versucht, beide Perspektiven stärker miteinander zu verbinden.

Mögliche Nachteile und Grenzen

Trotz des interessanten Ansatzes ist pacemaker.ai kein Selbstläufer. Der Erfolg hängt stark von der Datenqualität, der Prozessreife und der organisatorischen Umsetzung ab.


Mögliche Herausforderungen sind:

  • Daten müssen verfügbar, sauber und strukturiert sein.
  • Die Integration in bestehende Systeme kann Aufwand verursachen.
  • KI-Prognosen müssen von Fachbereichen akzeptiert werden.
  • Der Business Case ist bei kleinen Datenmengen oder einfachen Prozessen begrenzt.
  • Preise sind nicht transparent öffentlich ausgewiesen.
  • Unternehmen müssen bereit sein, bestehende Planungsprozesse zu verändern.

Gerade bei Forecasting-Lösungen ist wichtig: KI ersetzt nicht automatisch das Expertenwissen im Unternehmen. Gute Lösungen kombinieren statistische Modelle, externe Daten und Fachwissen. Genau hier liegt auch der Anspruch von pacemaker.ai.

Alternativen zu pacemaker.ai

Pacemaker.ai bewegt sich in einem spezialisierten Markt. Je nach Schwerpunkt kommen unterschiedliche Alternativen infrage:

Für Demand Forecasting und Supply Chain Planning

  • o9 Solutions
  • Kinaxis
  • Blue Yonder
  • Anaplan
  • SAP Integrated Business Planning
  • ToolsGroup
  • RELEX Solutions

Diese Anbieter sind teilweise deutlich größer und stärker im Enterprise-Segment verankert. Pacemaker.ai kann dagegen für Unternehmen interessant sein, die eine spezialisierte KI-Lösung mit starkem Supply-Chain- und Nachhaltigkeitsfokus suchen.

Für Nachhaltigkeits- und CO₂-Management

  • Sweep
  • Plan A
  • Watershed
  • Normative
  • osapiens
  • sustamize
  • SAP Sustainability-Lösungen

Hier hängt die Auswahl stark davon ab, ob der Fokus auf ESG-Reporting, Carbon Accounting, Lieferkettendaten, Produkt-Fußabdruck oder Transportemissionen liegt.

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Autor

Johannes Deltl faszinieren die Möglichkeiten, aber auch Herausforderungen der Künstlichen Intelligenz. Er ist Geschäftsführer der Beratungsfirma ACRASIO und mehrfacher Buchautor. Kontaktiere ihn hier.

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