Banken ohne Zukunft?

500er Schein

Ein verträumter Rückblick

Meine ersten beruflichen Berührungspunkte hatte ich mit dem Bankenwesen gemacht. Als Praktikant in der Poststelle der Wiener Girozentrale lieferte ich Poststücke an diverse Abteilungen aus. Was mir dabei in Erinnerung blieb war, dass der Vorstand über einen eigenen Aufzug verfügte (um sich nicht mit dem gewöhnlichen Mitarbeiter austauschen zu müssen) und dass jeder Mitarbeiter ab 11.00 von der Begrüßung „Guten Morgen“ auf „Mahlzeit“ wechselte. Das nächste Praktikum während des Studiums war dann schon fortschrittlicher, in der BfG-Bank in Frankfurt hatte man einen Procter & Gamble-Manager geholt um das Produktmarketing für Privatkunden zu professionalisieren. Das war schon ziemlich progressiv damals.

Von Gangportieren und Kuchendamen

Zurück im schönen beschaulichen Österreich führte mich mein erster Job als Vorstandsassistent in eine Geschäftsbank die man heute als Investmentbank bezeichnen würde. Kurz vor meinem Start hatte man Anachronismen wie Gangportiere (in jedem Stockwerk einen eigenen Portier) und die Kaffee- und Kuchendame (liefert Kaffee ins Zimmer) abgeschafft. Es gab Banken-Ski-Meisterschaften mit üppiger Unterstützung der einzelnen Institute und auch generell tat man sich gegenseitig nicht sonderlich weh. Eine Überstunde wurde mit 1 1/2 Stunden Zeitausgleich abgegolten (wer also 68 Stunden arbeitete konnte theoretisch die kommende Woche zuhause bleiben). Es war wirklich Eitel-Wonne-Sonnenschein. Irgendwie habe ich mir damals schon gedacht, dass dies auf lange Zeit nicht haltbar sein kann.

Fintechs oder Banken - wer wird gewinnen?

Mittlerweile hat sich das Rad der Zeit weitergedreht. Nun lautet die Frage ob sich die Banken oder die neu entstandenen Fintechs am Markt durchsetzen werden. Budapester gegen Turnschuhe lautet die Devise. Sieht man sich die aktuelle Entwicklung im Bankensektor an, so muss man wirklich Mitleid mit den Beschäftigten haben. denn auch die Zukunftsaussichten sind nicht rosig. Überweisungen werden zunehmend online getätigt. Für die Beschäftigten im Finanzsektor hat das dramatische Auswirkungen. Erstaunlicherweise war eines der ersten Länder für die Bezahlung via Mobiltelefon ein afrikanisches Land – Kenia. Bereits 2007 wurde „M-Pesa“ gestartet, ein Service von Safaricom und dem Mobilfunkanbieter Vodafone.

Herausforderungen

  • Reduktion der Filialendichte und Erhöhung der profitabilität (Overbanked and underperforming)
  • Technologischer Wandel (Selfservice, Internetbanking)
  • Neue Konkurrenten (Number26, Paypal)

Relevante Fragestellungen

Welche Entwicklungen existieren in anderen Ländern im Bereich Fintech?

Wie stellen sich andere Banken darauf ein?